Datum
Wie kommt es, dass der Gemischte Chor Inspiratione (GCI) Basel an einem Musikfestival
des Internationalen Kultur- und Freizeitverbands der Eisenbahner teilnimmt? Ein
Blick zurück in die 130-jährige Geschichte des Chors zeigt: 1895 wurde der GCI
als «Eisenbahner Sängervereinigung» gegründet. 1992 dann (mangels Männer)
wurde er in einen gemischten Chor umgewandelt und erhielt einen neuen
Namen. Die historische Verbindung ist bis heute geblieben.
Am Morgen des 26. Juni 2025 trafen sich 28 Sängerinnen und Sänger – teils mit
Ehepartnern – und eine Zweierdelegation des Verbands Schweizer Eisenbahner
Gesangvereine in der Halle des Französischen Bahnhofs in Basel. Es herrschte
aufgeräumte Stimmung und Vorfreude auf dieses Festival.
In Mulhouse, beim Warten auf den TGV bot sich dem Chor die Gelegenheit zu
einem ersten halböffentlichen Auftritt. In der Wartehalle des Bahnhofs stand ein
Klavier mit der Aufforderung zu musizieren. Dirigentin Konstanze Franke und der
Chor kamen dieser Aufforderung noch so gerne entgegen.
«Luegit vo Bärge und Tal» mit Talerschwingen
Nach Hotelbezug und Nachtessen fand im Casino Syndical die
Eröffnungszeremonie statt. Es folgten die Auftritte der verschiedenen Chöre und
Musikvereine aus fünf europäischen Ländern (D, F, A, LUX, CH). Jeder Chor, jede
Musik sang oder spielte etwas Typisches aus ihrer Heimat. GCI sang ein
französisches, ein romanisches und, als Mundartlied, «Luegit vo Bärge und Tal»,
begleitet mit Talerschwingen, das extra von einer Sängerin eingeübt worden war.
Grüsse an Europa
Am Freitag stand der Besuch von Schengen auf dem Programm. Auf dem Platz
vor dem Europadenkmal, wo auch die Schweizer Flagge unter den anderen
europäischen Ländern leuchtete, spielte zu Beginn der Eisenbahner Musikverein
aus Österreich die Europahymne (Freude schöner Götterfunken). Zu fühlen, dass
auch wir Schweizer ein Teil Europas sind, das ist, jedenfalls mir, geblieben.
Danach trugen die Anwesenden, über 200 Sängerinnen und Sänger die zuhause
eingeübten, gemeinsamen Lieder vor. Zwei in luxemburgischem Dialekt und
dann, von Giuseppe Verdi aus Nabucco das «Va pensiero».
Nach einem Zwischenhalt für das Mittagessen gings ein Stück der Mosel entlang
zurück ins Hotel.
Der Abend war geprägt von verschiedenen regionalen Konzerten. GCI trat
zusammen mit dem französischen und luxemburgischen Chor in der Pfarrkirche
Hesperingen auf. Von Praetorius über Purcell; von einem modernen, der
lateinischen Messe angeglichenen «Cantate Domino» von Jenkins über einen
Spiritual, bis hin zum romanischen Lied «Cur chi vain», boten die Sängerinnen
und Sänger des Basler Chors einen anspruchsvollen und gelungenen Auftritt, der
auch entsprechend mit Applaus gewürdigt worden ist. Dieser Auftritt war wohl
der Höhepunkt des Festivals und wird in guter Erinnerung bleiben. Zu diesem
gelungenen Auftritt hat nicht zuletzt Dirigentin Konstanze Franke beigetragen mit
ihrer kompetenten Art, den Chor zu motivieren und anzuleiten.
Luxemburg – ein kleines Juwel
Neben Gesangauftritten kam das Gesellschaftliche nicht zu kurz. Am Samstag
gab es geführte Stadttouren durch Luxemburg, auf denen Einiges über dieses
kleine Grossherzogtum mit bewegter Geschichte zu erfahren war. In der freien
Zeit bis zur Rückfahrt ins Hotel, konnten individuelle Rundgänge durch die Stadt
gemacht werden.
Ja, und alles Schöne hat mal ein Ende. Am Samstagabend fand der Galaabend im
Casino Syndical statt. Abwechslungsreiche Gesangs- und Musikvorträge aller
Chöre und Musikvereine machten den Abend zu einem unvergesslichen und
würdigen Anlass.
Die Heimreise am Sonntag erfolgte mit dem Bus. Streckensperrungen bei der
Bahn wegen Bauarbeiten hätten die Heimreise unnötig verlängert. Und so endete
der Ausflug des GCI an das Chor- und Musikfestival Luxemburg 2025 auf dem
Busparkplatz hinter dem Basler Bahnhof. Was bleibt, ist das Erlebnis, dass Musik
Herzen und Seelen über Sprach- und Landesgrenzen hinweg verbindet.
(Gerold Schmid)
*) FISAIC: Fédération Internationale des Sociétés Artistiques et Intellectuelles de Cheminots –
Internationaler Kultur und Freizeitverband der Eisenbahner







